Benutzer:Marian Wimmer

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Jan Schmalzer, Zwischen Kooperation und Kollaboration, zwischen Hierarchie und Heterarchie. Organisationsprinzipien und -strukturen von Wikis

Text: Schmalz, Jan Sebastian: Zwischen Kooperation und Kollaboration, zwischen Hierarchie und Heterarchie. Organisationsprinzipien und -strukturen von Wikis, in: Stegbauer, Christian / Schönberger, Klaus / Schmidt, Jan (Hrsg.): Wikis: Diskurse, Theorien und Anwendungen, Frankfurt am Main 2007 (= kommunikation@gesellschaft, Sonderausgabe 8).

Zur Person

Kommunikationswissenschaftler und Soziologe an der Universität Münster. Ausführlicher Lebenslauf und Publikationsliste


Handout für Präsentation

Was sind Wikis?

Software basierende Kommunikationsräume, die "Computer Supported Cooperative Work" erlauben.


Wiki-Typen und deren idealtypische Eigenschaften

  • Projekt-Wiki
    • Ortsgebunden
    • Thematisch geschlossen
    • Synchrone Kommunikation
    • Zeitlich begrenzt
    • Asymmetrische Beziehungen
    • Akteure bekannt
    • Sozial geschlossen
  • Netzwerk-Wiki
    • Ortsunabhängig
    • Thematisch geöffnet
    • Asynchrone Kommunikation
    • Zeitlich unbegrenzt
    • Symmetrische Beziehung
    • Akteure anonym
    • Sozial geöffnet


Heterarchie und Netzwerke

Heterarchie bedeute vollkommene Gleichordnung von Akteuren, was jedoch in Reinform nie lange bestehen kann. Hierbei entsteht ein Spannungsfeld zwischen prinzipieller Handlungsfreiheit und einer temporärer hierarchischer Ordnung.

  • Temporäre Hierarchie aufgrund von sozial Reputation innerhalb des Wikis. Existiert so lange sie sich als nützlich für die Behandlung systemspezifischer Probleme und Aufgaben erweist.
  • Handlungsfreiheit erhöht die Partizipationsmotivation der potenziellen TeilnehmerInnen aufgrund des Nichtvorhandenseins von Verpflichtungen. Des Weitern kann jeder/jede gemäß seiner/ihrer Kompetenzen und Zeitressourcen teilnehmen.
  • Probleme bei heterarchischen Wissensproduktion sind vor allem im Bereich der Konsensbildung bei strittigen Themen (wird durch asynchrone Onlinekommunikation verstärkt), der Motivation (keine Verbindlichkeiten => keine Sanktionsmöglichkeiten) und der Qualitätssicherung (jeder/jede kann alles veröffentlichen) zu finden.


Rollen in heterarchischen Netzwerken

  • Rollen nach Frequenz und Verteilung
    • Unregelmäßige Teilnahme < - > regelmäßige Teilnhame
    • Spezialisierung < - > breite Streuung
  • Rollen nach Frequenz und Verteilung
    • Verwaltung einzelner Artikel < - > Verwaltung der Startseite
    • Diskursteilnehmer < - > Diskursverweigerer
    • Mikro-Strukturierung < - > Makro-Strukturierung
    • Originalk-Autor < - > Ergänzer
    • Vandale < - > Lektor

Fazit

„[...]das basis-demokratische Wiki-Ideal der freien Partizipation [kann] langfristig kaum erfüllt werden. Denn während dieses Ideal eine völlige Gleichwertigkeit von Beiträgen und Gleichrangigkeit von Akteuren propagiert, ist eine funktionale, teilweise auch hierarchische Differenzierung in verschiedene Rollen nicht nur notwendig, sondern sie geschieht auch automatisch bzw. ohne zentrale Steuerung. Das ist durchaus zweckmäßig, denn jede Heterarchie und damit jedes Wiki braucht verschiedene Rollen und dazugehörige Leistungserbringer, um handlungs- und entscheidungsfähig zu sein.“ (1)


Einzelnachweise

(1) Schmalz, Jan Sebastian: Zwischen Kooperation und Kollaboration, zwischen Hierarchie und Heterarchie. Organisationsprinzipien und -strukturen von Wikis, in: Stegbauer, Christian / Schönberger, Klaus / Schmidt, Jan (Hrsg.): Wikis: Diskurse, Theorien und Anwendungen, Frankfurt am Main 2007 (= kommunikation@gesellschaft, Sonderausgabe 8)., S. 19.




Vergleichsgröße der Gruppe Personen

Der "Personen-Ploetz" ist insofern nicht geignet als das Fernand Braudel darin nicht vorkommt, die einzigen analogen Einträge waren bisher in der Enyclopedia of Social History und dem Brockhaus. welches wollen wir nehmen? andere erfahrungen? --_elena_ 18:32, 19. Jun 2010 (CEST)

Bezüglich "Personen-Ploetz" besteht bei Karl Lueger das gleiche Probleme. Lösung? Weiß auch nicht recht welches wir nehmen sollten. Nur bei der Enyclopedia of Social History werden wohl nicht alle zu untersuchenden Persönlichkeiten aus der "Personen-Gruppe" vorkommen, oder?