Catalogue Enrichment

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Kataloganreicherung durch Bibliotheksbenutzer

Unter dem Begriff Catalogue Enrichment wird die Anreicherung der Kataloge mit nicht-bibliographischen Informationen verstanden. Ein Zusammenhang mit dem Phänomen Library 2.0 ergibt sich dann, wenn ein OPAC offen ist für Verbindungen zu Anwendungen von Bibliotheksbenutzern, über die diese Kataloganreicherung erfolgen kann. Im weiteren Sinne kann Social Tagging als Anreicherung der Kataloge mit nicht-normierten Schlagworten genauso dazu gezählt werden wie verhaltensbasierte Recommenderdienste alla BibTip.

Rankings von Bibliotheksbenutzern

Benutzenden, die sich mit ihrer Identifikationsnummer ins Bibliothekssystem einloggen, wird die Möglichkeit gegeben, Medien anhand einer bestimmten Skala zu bewerten. Das Bibliothekssystem errechnet den Durchschnitt der abgegebenen Bewertungen und zeigt diesen zusammen mit den bibliothekarischen Katalogdaten zum Medium an. Allenfalls kann bei der Anzeige der Durchschnittbewertungen zwischen unterschiedlichen Benutzergruppen einer Universitätsbibliothek unterschieden werden: Dozenten, Mittelbau, Studenten, Externe.

Rezensionen von Bibliotheksbenutzern

Benutzenden kann die Möglichkeit gegeben werden, ihre Bewertungen auszuformulieren, mithin ein Medium zu rezensieren. Die verschiedenen Benutzergruppen einer Universitätsbibliothek erlauben verschiedene Szenarien bei der Ausgestaltung eines solchen Reviewdienstes. Es ist denkbar, dass Rezensionen von bestimmten Benutzergruppen nur von Mitgliedern derselben oder einer bestimmten anderen Benutzergruppe eingesehen werden können oder aber alle Rezensionen für jeden zur Verfügung stehen.

Rezensionen im Katalog als moralisches Problem

Benutzende, aber auch die Autoren selbst, haben durchaus ein Interesse an Rezensionen im Katalog. Problematisch wird ein solcher Reviewdienst dann, wenn die Qualität der Rezensionen schlecht ist. Um die Qualität von Rezensionen zu sichern, sind verschiedene Szenarien denkbar. Zum einen können die Rezensionen selbst zum Gegenstand von Rankings durch die Bibliotheksbenutzer gemacht werden. Zum anderen kann das Schreiben von Rezensionen beschränkt werden auf bestimmte Benutzergruppen einer Universitätsbibliothek.

Rezensionen im Katalog als rechtliches Problem

Sofern Benutzende den Katalog mit Rezension anreichern, die sie nicht selber verfasst haben, sind vorgängig urheberrechtliche Fragen zu klären. Weiter gilt zu beachten, dass bei strafrechtlich relevanten Inhalten einer Veröffentlichung nicht nur der Autor, sondern in aller Regel auch der Veröffentlicher zur Verantwortung gezogen werden kann.

Literatur

  • Dierholf, Uwe/Mönnich, Michael, Einsatz von Recommendersystemen in Bibliotheken, in: B.I.T. Online. Zeitschrift für Bibliothek, Information und Technologie 1 (2006), 27-30. [1]
  • Eberhardt, Joachim, Zum moralischen Status des Catalogue Enrichment, in: LIBREAS – Library Ideas 1 (2006), 1-9. [2]

Weiterführende Links und Beispiele

  • Historische Rezensionen Online, eine Metasuche für geschichtswissenschaftliche Rezensionen
  • dandelon.com: Beispiel - über 600.000 um Inhaltsverzeichnisse, teils auch Cover Page, Abstract, URL auf Volltext angereicherte Bücher, täglicher Zuwachs ca. 400 TOCs - alle Fachgebiete, auch Geschichte, kollaboratives Netzwerk und Suchmaschine von Bibliotheken aus Europa. Semantische Suche mit Synonymen, Unterbegriffe und Übersetzung. Verlinkung in den jeweiligen OPAC.
  • Deutsche Nationalbibliothek Leipzig: Beispiel - die ab 1913 erworbenen Titel werden im Katalog um Inhaltsverzeichnisse ergänzt (Schriften publiziert ab ca. 1800) - tägliche Ergänzung, bis Ende 2009 ca. 100.000 historische Titel. Parallel dazu neue Titel aus Reihe A.

Tags

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