Citeulike

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CiteULike ist ein kostenloses online Literaturverwaltungssystem, das auf dem Prinzip des Social Tagging aufgebaut ist. Es richtet sich an Wissenschaftler und Forschende, die mit diesem Tool ihre Literaturangaben speichern, verwalten, mit Tags versehen und mit anderen Benutzern teilen können. Der grosse Vorteil von offenen, webbasierten Systemen wie CiteULike gegenüber geschlossenen Literaturverwaltungssystemen wie EndNote ist, dass Benutzer auf andere Benutzer mit ähnlichen Interessen stossen können und von deren Literaturangaben profitieren können.

Entstehung

CiteULike ist das älteste online Literaturverwaltungssystem mit Social Tagging. Es wurde im November 2004 von Richard Cameron entwickelt. Es entstand aus seinem Bedürfnis nach einer praktischen Literaturverwaltung für sein eigenes PhD. Seither wurde CiteULike laufend weiterentwickelt. Es besteht weiterhin als von den grossen Verlagen unabhängiges Programm.

Speichern

CiteULike ist darauf angewiesen, dass möglichst viele Benutzer ihre Literaturangaben ablegen. Das Speichern von Literaturangaben wird den Benutzern entsprechend einfach gemacht. Die Literaturangaben können mit einem Klick auf einen einfach zu installierenden Browser Button bequem aus den gängigen Online-Zeitschriften, Datenbanken oder aus Amazon heruntergeladen werden. Die Literaturangaben inklusive verschiedene Links zum Volltext und Abstracts werden automatisch in das Eingabefenster von CiteULike eingefüllt und können von den Benutzern mit Tags ergänzt werden. Seit kurzem können die Benutzer ihre Literaturangaben zusätzlich mit Reviews ergänzen. Es ist ausserdem möglich, eine persönliche PDF-Version abzuspeichern, die von den anderen Benutzern aber nicht eingesehen werden kann. Auch persönliche Notizen zu den einzelnen Einträgen können gemacht werden. CiteULike erlaubt es auch, dass Literaturangaben von Hand eingegeben werden. Weil alle Angaben selber eingetippt werden müssen, ist das aber natürlich aufwändiger.

Finden

Um die Literaturangaben zu organisieren, vergeben die Benutzer Tags. Jeder Literatureintrag wird mit frei gewählten Schlagworten versehen. Solange sich die Benutzer in ihrer persönlichen Library bewegen, können sie über ihre persönliche Tag-Cloud die abgelegten Literaturangaben wieder finden. Die Tags vergeben die Benutzer also zum einen für sich selber um ihre Literaturangaben zu filtern und wieder aufzufinden. Wenn die Benutzer nach bestimmten Tags suchen, sehen sie, welche anderen Benutzer diese Tags für welche anderen Titel ebenfalls verwendet haben. Bei jeder einzelnen Literaturangabe werden sie zudem auf ähnliche Literatur von anderen Benutzern aufmerksam gemacht und erhalten Einblick in deren Library. So ist es möglich, dass die Benutzer innerhalb von CiteULike auf ähnliche Titel und Benutzer mit ähnlichen Interessen stossen. Die Benutzer können ausserdem Gruppen bilden und ihre Literaturangaben so mit anderen teilen. Diese Funktion ist zum Beispiel für Wissenschaftler in Forschungsgruppen interessant. Innerhalb von Gruppen können PDFs heraufgeladen werden, die für die ganze Gruppe zugänglich sind. Schliesslich listet CiteULike unter dem Titel CiteGeist als eine Art Trendmesser die meist geposteten Literaturangaben der letzten sieben Tage auf.

Zitieren

Das Zitieren von Literatur mit CiteULike ist nicht so komfortabel wie mit den konventionellen, lokal installierten Literaturverwaltungsprogrammen wie EndNote und Refworks. Es stehen fünfzehn verschiedene Zitierarten zur Verfügung, die angewählt werden können. Die Literaturangaben können kopiert und im entsprechenden Dokument eingefügt werden. Jeder Eintrag steht jedoch auch im BibTex- und Endnote-Format zur Verfügung und können in andere Literaturverwaltungsprogramme exportiert werden.

Vergleich mit ähnlichen Produkten

CiteULike ähnelt in vielen Aspekten den beiden wichtigsten anderen webbasierten Literaturverwaltungsprogrammen BibSonomy und Connotea. Bibsonomy ist allerdings nicht ausschliesslich für die Verwaltung von Literaturangaben konzipiert. Auch Weblinks können abgespeichert und verwaltet werden. Auf der Hauptseite sind Weblinks und Publikationen auf zwei getrennten Spalten angezeigt. Bibsonomy kombiniert so die Funktionen von CiteULike und Del.icio.us. Ein grosser Nachteil von Bibsonomy ist, dass Literaturangaben nicht wie bei CiteULike und Connotea automatisch mit einem Browser Button heruntergeladen werden können. Der Link wird zwar gespeichert, Angaben zu Autor, Titel, usw. müssen aber von Hand eingetragen werden. Zudem wird nur der jeweils angeklickte Link gespeichert und nicht verschiedene bekannte Links zum Volltext wie bei CiteULike.

Connotea ist ebenfalls primär als Literaturverwaltungsprogramm gedacht, mit grosser Ähnlichkeit zu CiteULike. Connotea richtet sich in erster Linie an Mediziner und Naturwissenschaftler. Damit ist das Programm weniger multidisziplinär ausgerichtet als CiteULike, das laut Melissa L. Rethlefsen von vielen Benutzern aus den Bereichen Informatik, Sozial- und Geisteswissenschaften verwendet wird. Gerade für diese Benutzer hat Connotea einen grossen Nachteil. Im Unterschied zu CiteULike können Literaturangaben nur mit einem Weblink abgespeichert werden. Für Benutzer, welche nicht nur elektronische Ressourcen, sondern auch Bücher abspeichern möchten, die allenfalls nicht bei Amazon erhältlich sind, ist das ein grosser Nachteil.

Im Vergleich zu Bibsonomy und Connotea schneidet CiteULike bei den Hilfeseiten schlechter ab. Die Informationen auf der Webseite sind sehr spärlich. Das Design von CiteULike ist aber laut Richard Cameron und Kevin Emamy bewusst "simple, clear and functional" gehalten. Die Bedienung ist tatsächlich grösstenteils selbsterklärend, auch wenn etwas mehr Information nicht schaden würde. Als grossen Vorteil gegenüber Bibsonomy und Connotea dürften viele Benutzer die Möglichkeit empfinden, eigene PDF-Versionen der Artikel hochzuladen. So kann auch auf die Literatur zurückgegriffen werden, wenn man gerade nicht im Uninetz ist oder es können Artikel aus einer anderen Quelle abgespeichert werden, zum Beispiel Artikel die man als Fernleihe digital erhalten hat.

Quellen

Links

Tags

  • Social Tagging
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