Digital Object Identifier (DOI)

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Die Unsicherheit gängiger Internet-Verweismethoden / Das Problem

Im Zuge zunehmender Digitalisierung von Schriften und in Anbetracht der Tatsache, dass ehrgeizige Digitalisierungsprojekte wie jene an der Universitätsbibliothek Basel langfristig dahin steuern, Bücher uneingeschränkt und rund um die Uhr aus dem Internet abrufbar zu machen, ergibt sich – besonders auf der Ebene wissenschaftlicher Arbeitsweise – das neuartige Problem, wie Nachweise zuverlässig zu erbringen sind und wie, den neuen Voraussetzungen entsprechend, zitiert werden soll.

In Zeiten des wissenschaftlichen Arbeitens mit gedruckten Werken ist deren Nachweis in neuen Veröffentlichungen anhand eindeutiger Verweise auf ebendiese Druckwerke problemlos durchführbar. Will man jedoch (und auf dieses Ziel hin steuern jene Projekte) den Nachweis für eine digitalisierte, aus dem Internet abgerufene Quelle erbringen, ist die für das Internet übliche und in nicht-wissenschaftlicher, eher kurzfristiger Motivation durchaus ausreichende Methode des Verweises auf eine URL-Adresse nicht anzuwenden, sofern der Rezipient der verweisenden Arbeit (und diesen Anspruch hat die Wissenschaft) zeitlich unbegrenzt Zugang zum Verweis haben können soll.

Der herkömmliche Verweis im Internet: die URL – abhängig und unsicher

Probleme der herkömmlichen Verweistechnik im Internet sind deren zeitliche Begrenztheit sowie deren Unverlässlichkeit aufgrund ihrer Abhängigkeit von der die Quelle zur Verfügung stellenden Person oder Institution. Die URL ist nicht unmittelbar mit einem Dokument (Text, Bild- oder Audiodatei) verknüpft, sondern mit dem (nicht auf Dauer gesicherten) Ort, wo dieses Dokument zu finden ist.

Der Digital Object Identifier (DOI) / Die Lösung?

Die mEDRA

Die im Jahre 2002 im Rahmen des eContent Programms der EU-Kommission ins Leben gerufene multilinguale Europäische DOI Registrationsagentur mEDRA versucht, dem dargelegten Problem zu begegnen.

Um Dokumente im Internet unverwechselbar und zeitlich unbegrenzt zu identifizieren, führte die mEDRA von 2003 bis 2004 ein Pilotprojekt mit italienischen Institutionen und Verlagen durch und ging später weitere Partnerschaften mit Verlagsunternehmen in Deutschland, Spanien und Ungarn ein. Ziel war die langfristige Etablierung einer Zitier- und Verweistechnik als zuverlässige Alternative zur URL-Adresse.

Die Funktionsweise des Digital Object Identifiers

Über DOIs, als „Barcode des geistigen Eigentums“ bezeichnet, werden Dokumenten aktuelle und strukturierte Metadaten zugeordnet. Ein DOI ist, im Gegensatz zur URL, dauerhaft und unveränderbar mit seinem Dokument im Netzwerk verknüpft. Verwiesen werden kann mit einem DOI auf alle Arten von geistigem Eigentum.

Ein DOI ist eine einfache Zeichenfolge, die aus einem Präfix und einem Suffix zusammengesetzt ist und beispielsweise wie folgt aussehen kann: 10.1392/roma081203. Außer seiner Verwendung im DOI-System kann nichts von diesem DOI-Code abgeleitet werden.

Vor- und Nachteile des Digital Object Identifiers

Vorteile:

  • Dauerhafte Identifikation
  • Dauerhafte Verfügbarkeit im Netz

Nachteile

  • Kostenpflichtigkeit
  • Mangelnder Datenschutz: Speicherung der IP-Adresse des Anwenders

Links (bezeichnenderweise als URL)