E-Books in öffentlichen Bibliotheken

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Mögliche Modelle

Das Angebot von E-Books in öffentlichen Bibliotheken befindet sich heute in den Anfängen. Daher konnte sich bisher auch noch kein Distributionsmodell durchsetzen. Dennoch werden bereits verschiedene Modelle diskutiert:

  • E-Bookausleihe direkt auf das Lesegerät (bzw. inkl. Lesegeräte)
  • eine Onlinebibliothek
  • oder eine Downloadbibliothek

Das erste Modell ist im Moment am weitesten verbreitet, muss allerdings noch mit vielen Problemen kämpfen, wie beispielsweise der geringen Auswahl an Titeln und dem unausgereiften Lizenzmodell.[1]

Erste Versuche

Im Feburar 2002 startete die Stadtbibliothek Duisburg ein Pilotprojekt und kaufte 30 E-Bookreader. Diese konnten, wie andere Medien auch, für 28 Tage ausgeliehen werden. Während dieser Zeit konnte man verschiedene E-Books auf den Reader laden, die nach der Frist wieder automatisch gelöscht wurden. Die Bibliothek Duisburg begründete ihren Entscheid zur Anschaffung mit der Möglichkeit ihren Kunden neue Technologien zu präsentieren. 2002 wurden die 30 Reader insgesamt 230 mal ausgeliehen, 2003 99 mal und 2004 noch 61 mal.[1]


Vorteile

Folgende Vorteile stellte die Stadtbibliothek Duisburg fest:

  • E-Books benötigen keinen Regalraum und müssen nicht gepflegt werden wie Bücher, sie sind daher eine Entlastung für das Personal.
  • Eine Rückgabe entfällt, da sich das E-book selber löscht.
  • Man kann ein E-Book 24 Stunden am Tag ausleihen.[1]


Probleme

Folgende Mängel tauchten jedoch auf:

  • Die Auswahl an Titelangeboten ist viel zu klein. So waren 2003 deutschlandweit lediglich ca. 2.800 E-Books erhältlich (0,8% des Marktes), in den USA hingegen schon über 100.000 (knapp 9% des Büchermarktes).
  • Die Ausleihe der Hardware, also der Reader selbst, ist umständlich (aber nicht so umständlich wie befürchtet).
  • Die gekauften Reader konnten sich auf dem freien Markt nicht durchsetzen, der Vertrieb und die Produktion wurden eingestellt.
  • Das Lizenzmodell ist völlig unbefriedigend.[1]


Auf Anfrage äusserten sich auch die Allgemeinen Bibliotheken der GGG Basel (ABG) per Mail zu den Problemen der E-Books. So wurde aufgeführt, dass die Auswahl der Titel sehr klein sei und besonders kaum Bestseller angeboten würden. Weiter seien E-Books in der Anschaffung fast gleich teuer (und teilweise sogar teurer) als die Printversionen. Auch die ABG verwies zudem auf das mangelhafte Lizenzmodell. So könne immer nur ein Nutzer per Reader ein Buch ausleihen, für alle anderen Benutzer sei das Buch erst nach der Leihfrist wieder zugänglich. Dabei würde sich ja gerade für E-Books anbieten, dass mehrere Nutzer gleichzeitig ein Buch lesen könnten. Da man sich dieser Problematik bewusst sei, möchte man zusammen mit den Stadtbibliotheken Bern, Zürich, Luzern und Winterthur in Verhandlung mit den Verlagen ein vorteilhafteres Lizenzabkommen aushandeln.[2]


Verweise

  • [1]"Ausweitung der Kampfzone" E-Books in öffentlichen Bibliotheken- Nutzen, Chancen und Grenzen von Dr. Jan-Pieter Barbian
  • [2] Allgemeine Bibliotheken der GGG Basel per Mail