Einigung im Streit um Google Books

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Vorgeschichte

Google kündigte im Jahr 2004 an, dass sie sämtliche Bücher der Welt digitalisieren und für alle zugänglich machen wollen. Mit dieser Äußerung stiess Google auf massive Proteste. 2005 strengten Autoren und Verlage eine Sammelklage gegen Google an. Ihr Vorwurf an Google war der einer Verletzung der Urheberrechte. Im Oktober des Jahres 2008 einigenten sich Google, die Autoren und die Verleger außergerichtlich. Das sogenannte "Google Book Settlement" entstand. Dieser Vergleich musste jedoch erst noch von einem US-Gericht auf seine Rechtsgültigkeit geprüft werden. Nachdem Google und die US-Verleger diesen Vergleich überarbeitet hatten, kam es am Freitag, den 13.11.2009 nun endlich zu einer Entscheidung.

Was ist das Google Book Settlement?

Das "Google Book Settlement" ist der Veruch der Verlage, Autoren und Google, sich auf "Spielregeln" zu einigen - diese "Spielregeln" sollen die Digitalisierung der Bücher und den freien Zugang regeln. Ein Bestandteil dieser "Regeln" war die Pauschalzahlung von 60 Doller an den Autoren. Das Problem am ersten Entwurf, der im Oktober 2008 vorgelegt wurde, war, dass Google ausschliesslich mit US-Verlegern verhandelte, die Rechtslage in Deutschland stellte sich jedoch ganz anders dar. So gibt es in den USA einen sogenannten "fair-use"-Grundsatz, der das Anfertigen einer Privatkopie erlaubt - eine solche Regelung ist in Deutschland nicht vorhanden. Mit dem neuen "Google Book Settlement" wurde nun auf einige Kritikpunkte reagiert - vor allem wurde die Ausdehnung dieses Vergleichs auf Länder mit gleichem Recht beschränkt.

Ergebnisse der Verhandlungen

Nach monatelangen Vehandlungen kam es Mitte November 2009 nun zu einer Einigung zwischen Google, der Author Guild (amerikanische Autorenvereinigung) und der AAP (amerikanischer Verlagsverband). Am 13.11.2009 wurde entschieden, dass der Geltungsbereich der Vereinbarung sich nur noch auf Bücher, die in den USA, Kanada, Grossbritannien oder Australien urheberrechtlich registriert sind, beschränkt. Damit wären mehr als 95% der Bücher, die in anderen Ländern oder in Deutschland, also außerhalb dieses Geltungsbereiches verlegt wurden, nicht mehr Bestandteil des "Google Book Settlements".

Reaktionen aus Deutschland

Ich Deutschland fiel das Urteil über das neue "Google Book Settlement" zweigeteilt aus. Zum einen wurde es von deutschen Politiker und einigen Verlagen begrüßt, dass Google nun nicht mehr mit deutschen Büchern arbeiten will. Doch wurden die Forderungen nach neuen Modellen zur Digitalisierung von europäischen und deutschen Werken laut. Zum anderen reagierte der Börsenverein des deutschen Buchhandels skeptisch auf die neue Vereinbarung. Zwar finden auch sie es gut, dass nun vorerst nicht mehr mit deutschen Büchern gearbeitet wird. Aber sie sehen die Gefahr, dass Europa (mit Ausnahme von Großbritannien) von der Buchdigitalisierung abgeschnitten werden. Deshalb fordern auch sie von Google neue Modelle zur Digitalisierung von Büchern mit deutschem Urheberrecht.

Fazit

Google ist einen Schritt auf die Autoren und die Verleger zugekommen. Nun muss sich zeigen, ob auch eine Einigung für Deutschland und andere europäische Länder gefunden werden kann und ob mit diesem Vergleich die Streitigkeiten wirklich beendet werden können.

Quellen

"Google Book Settlement" – was ist das eigentlich?

Durchbruch im Streit mit Verlagen

Einigung im Streit um Google Book Settlement

Streit um Googles Buch-Scannerei

Google-Books-Vereinbarung wird Streit nicht lösen