Fallbeispiel Verschwörungstheorie

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Einleitung

Das Internet bietet sich an für die Verbreitung (aber auch für die Analyse) von Verschwörungstheorien. Zum einen können die Verschwörungstheorien selbst, aber auch Informationen zu den jeweiligen konkreten Verschwörungstheorien oder allgemein zur Gattung im Internet gefunden werden.

Zielsetzung

Die Schüler/innen oder Studierenden sollen

  • das Konzept der Verschwörungstheorie kennenlernen (erarbeiten, verstehen, wiedergeben können),
  • die Rolle des Internets als Quelle und Publikationsmedium reflektieren,
  • den Umstand erkennen, dass von historischen Ereignissen/Prozessen/Sachverhalten verschiedene Deutungen existieren können,
  • die verschiedenen Deutungen eines bestimmten historischen Ereignisses/Prozesses/Sachverhaltes einander gegenüber stellen, analysieren und bewerten
  • und dabei erkennen, dass oft zwar nicht eine Deutung als einzig richtige bezeichnet werden, aber doch eine Deutung als beim gegenwärtigen Kenntnisstand plausibelste bezeichnet werden kann.

Zielstufe

Die Aufgabe kann sowohl auf Sekundar-Stufe 1 (Grundanforderung, erweiterte Anforderungen) oder mit Studierenden der Geschichte durchgeführt werden. Erforderlich sind entsprechende Anpassungen in der Fragestellung, der Themenwahl und der Vorbereitung.

Aufgabe

Die Schüler/innen (Studierenden) erhalten den Auftrag, sich alleine oder in Gruppen möglichst umfassend (in einer festgesetzten Zeit: eine Lektion oder als Hausaufgabe) zu einem umstrittenen Sachverhalt zu informieren. Der Lehrperson (Dozierenden) bleibt es freigestellt, ob sie vorgängig die Kontroversität thematisieren, bzw. den allgemein vertretenen Standpunkt referieren will.

In einer ersten Runde werden die Schüler/innen

  • die Erkenntnisse ihrer Recherchen vortragen,
  • unterschiedliche Standpunkten ermitteln, diese charakterisieren und die Ergebnisse darunter zusammenfassen
  • auf Widersprüche verweisen
  • die benutzten Quellen benennen und Überlegungen zu ihrer Glaubwürdigkeit anstellen
  • einen eigenen Standpunkt darlegen und begründen.

In einer zweiten Runde setzen sich die Schüler/innen mit den Ergebnissen der Mitschüler/innen auseinander, vor allem dort, wo diese zu einem anderen Ergebnis gelangten.

Studierende können überdies noch die Rolle der ICT (=des Internets) für Verschwörungstheorien thematisieren und beispielsweise die Spekulationen um den 11. September mit den Mutmassungen um den Reichstagsbrand oder den Mord an John F. Kennedy vergleichen. Überdies wären auch Differenzierungen zwischen den Verschwörungstheorien vorzunehmen (z.B. John F. Kennedy-Mord vs. Mondlandungslüge) und Kriterien zu benennen, wie zwischen berechtigten Zweifeln an einer Erklärung, unhaltbarer Spekulation und politisch motivierter Leugnung einer anerkannten Deutung zu unterscheiden ist.

Zeitaufwand

Der Zeitaufwand beträgt schätzungsweise 4 bis 6 Lektionen (Schule) oder 2 bis 4 Sitzungen (Hochschule).

Bemerkungen

Vorschläge für mögliche Verschwörungstheorien:

  • Reichstagsbrand 1933
  • Ermordung John F. Kennedys 1963
  • Mondlandungslüge (1960er Jahre)
  • Protokolle der Weisen von Zion
  • Anschläge vom 11. September 2001

Literatur und Links

Links in Wikipedia

Weitere Links

Literatur

Anwendungen und Erfahrungen

(Diskussion bitte auf der Diskussion-Seite)


Eckdaten

  • Eröffnet durch --Jan Hodel 18:20, 24. Aug 2006 (CEST)
  • Weiterentwicklungen: --Jan Hodel 21:35, 28. Nov 2006 (CET)