HOK Didaktik

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Einleitung

Historische Online-Kompetenz

Die Historische Online-Kompetenz (HOK) ist ein Konzept, das Jan Hodel entwickelt hat, um für die Nutzung von ICT in den Geschichtswissenchaften und in der Geschichtsdidaktik einfache, aber aussagekräftige Kriterien zur Vergügung zu stellen. Mehr zur Historischen Online-Kompetenz ist auch in Jan Hodels histnet-blog zu finden.

Zielsetzungen

Der Bereich HOK Didaktik will auf dieser Basis konkrete Vorschläge für die didaktische Praxis präsentieren. Wie können Schüler/innen und Studierende dazu angeregt werden, ihre Historische Online-Kompetenz zu entwickeln? Dabei stellt sich besonders die Frage, wie sowohl die medien- wie geschichtsdidaktischen Aspekte eines Themas im konkreten Kontext der spezifischen Eigenheiten von ICT berücksichtigt werden können. ICT können bei einer geschichts- oder mediendidaktischen Fragestellung sowohl als Arbeitshilfe, als Gegenstand oder als Kommunikationskanal genutzt, bzw. untersucht werden.

Anmerkungen zu Entwicklung und Verwendung

Die folgenden Beispiele gliedern sich in grundsätzliche Überlegungen und in konkrete Fallbeispiele, die im Unterricht angewendet werden können. Einige liegen hier erstmals als Vorschläge vor und sind noch in der Praxis zu erproben.

Die Seiten werden von Jan Hodel betreut, sehr herzlich sind aber alle Interessierte eingeladen, die vorliegenden Vorschläge weiter zu entwickeln und ihre Erfahrungen und Ideen hier allgemein zugänglich zu machen. Ebenso erwünscht ist die Weiterverbreitung und Nutzung der Inhalte, sofern diese Nutzung mit den untenstehenden CC-Lizenz-Bestimmungen konform ist.

Übersicht

Eine Übersicht aller Unterrubriken und aller Einträge ist auf der Seite Kategorie HOK Didaktik zu finden.


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HOK Lesen

Bei der Dimension Lesen geht es um die analytischen Fähigkeiten von Historiker/innen, die einerseits ICT als Hilfsmittel für ihre wissenschaftliche oder didaktische Arbeit benötigen, oder ICT-basierte Materialien als Quellen historisch untersuchen. Wesentlich sind die Kenntnisse, wie Informationen gefunden und bewertet, aber auch, wie sie weiterverarbeitet, ausgewertet, interpretiert und geordnet werden können.

Suchen und Finden

  • Informationskompetenz: Was beschreibt der Begriff genau? Wie können die Studierenden und Schüler/innen ermitteln, inwiefern sie über Informationskompetenz in Bezug auf Beschaffung, Bewertung und Verarbeitung verfügen? Wichtige Elemente der Informationskompetenz sind Suchstrategien und Quellenkritik (siehe unten).
  • Suchstrategien: Wie können im Internet relevante Informationen zu historischen Fragestellungen gefunden werden? Dazu sind Kenntnisse der Such-Technologien und der Struktur des Internets nötig, aber auch grundlegende Fähigkeiten, eine Suche nach fachwissenschaftlichen Kriterien zu planen, durchzuführen und zu evaluieren. Eine mögliche konkrete Aufgabe, die auch noch den Aspekt des Schreibens beinhaltet, ist das Verfassen von Anleitungen für Kommilitonen. Dies kann dazu befähigen, eigene Suchstrategien zu erkennen und zu hinterfragen.
  • Orientierung/Navigation: Verwandt mit den Suchstrategien handelt es sich hier um die Fähigkeit, sich in der spezifischen Medienumgebung des Webs (oder allgemeiner der ICT) orientieren und zurecht finden zu können.
  • Such-Technologien: Was oder wer sucht wen oder was ("Google and beyond")? Wie funktionieren gängige Suchtechnologien? Wer steht dahinter? Wo sind die Grenzen der Such-Technologien, welches sind ihre Eigenheiten? Was gibt es für Alternativen? Hierzu sind Kenntnisse der Web-Topographie und der Web-Technologie (siehe unten) notwendig. - Muss man sich über die Entwicklung der Suchtechnologien auf dem Laufenden halten? Wenn ja, wie? Welches sind die Auswirkungen auf die Medienlandschaft und damit auf die Scientific Community und die Gesellschaft als Ganzes? Hier sind die Verbindungen zur Frage der Macht- und Eigentumsverhältnisse im Web zu beachten (siehe unten)
  • Topographie des Webs: wo sind die Informationen zu hause, wie findet man dorthin (Unsichtbares Web)? Unterscheidung der verschiedenen Arten der Strukturierung von Webinhalten: Fachredaktionell, Community-basiert, maschinell.
  • Technologie des Webs: Protokolle, Übermittlungswege, Dienste, Endgeräte.
  • Macht- und Eigentumverhältnisse im Web: Wem gehört was, wer hat worüber zu bestimmen und was hat das für Auswirkungen? Open-Source-Bewegung (Wikipedia, Linux) vs. Business-Modelle (Amazon, ebay, Google, Yahoo). Politische Struktur des Web: Gremien, die über technische Entwicklung entscheiden (W3C), Namensgebung, Organisation der Infrastruktur (Net-Neutrality; ICANN; ITU); Digital Divide.
  • Veränderungen der Distributions-Verhältnisse (E-Journals, DigiBooks/eBooks, Google Print)
  • Recht auf Anonymität: Problematik der Datenspuren und Sicherheitsfragen rund um die Nutzung von ICT.

Quellen

Urheberrecht:

  • Metawissen: Eine Übersicht über die urheberrechtliche Situation und Problematik gewinnen, sich positionieren, Konsequenzen für die eigene (wissenschaftliche) Arbeit kennen.
  • Übungen mit GNU FDL oder mit CC: Wie fühlt es sich an, eigene Texte "frei" zur Verfügung stellen? Wie sollen in eigenen Texten übernommene Texte korrekt wiedergeben werden? Hier gibt es auch Verbindungen zur Frage von Plagiaten (siehe unten).

Quellenkritik:

  • ICT-basierte Informationen beurteilen
  • Plagiate eruieren: Plagi-Jagd
  • Neue Quellen: Neue, ICT-basierte Quellengattungen kennen und erschliessen können
    • Fallbeispiel: Podcasts - Audio und Video
    • Fallbeispiel: Digitale Karten
    • Fallbeispiel: Mash-Ups
    • Fallbeispiel: Neue Textsorten: Blogs & kooperativ erstellte Texte (Wikis)

HOK Schreiben

Auch die Kompetenzdimension des Schreibens kennt zwei Aspekte: die neuartigen Möglichkeiten und damit auch Herausforderungen von ICT und damit zusammenhängend die Auswirkungen auf die Art und Weise, wie Narrationen der Geschichte oder generell Historisches Lernen dadurch beeinflusst werden.

  • Epistemisches Schreiben: Was ist epistemisches Schreiben? Wie kann das im Lehr-Alltag umgesetzt werden?
    • Fallbeispiel: Lerntagebuch
  • Hypertexte schreiben: Wie unterscheidet sich das Verfassen von Hypertexten vom Verfassen herkömmlicher Texte? Gibt es einen zwangsläufige Entwicklung hin zu "Häppchen-Texten"?
  • Social Software: Digg, Delicious, Annotation
  • Collaborative Writing

HOK Reden

Die am schwierigsten zu fassende Dimension der Historischen Online-Kompetenz ist die Dimension "Reden" oder "Reflexion". Entsprechend schwer fällt auch die didaktische Konkretion dieser Dimension. Im Kern stehen hier die Fähigkeit, über die spezifischen Eigenheiten des geschichtswissenschaftlichen Arbeitens mit ICT und die durch ICT geprägten Formen der Geschichtsvermittlung nachzudenken und darüber in einer fachlichen Diskussion zu kommunizieren (Metawissen), sowie die Kenntnisse, inwiefern diese Reflexion selbst durch die neuen Kommunikationsformen dank ICT beeinflusst werden: Reden wir anders, schneller, oberflächlicher oder vernetzter über die Inhalte und Methoden unserer Arbeit dank den Möglichkeiten von ICT?

  • Geschichtswissenchaftliche Diskurse mit ICT:
    • Social Software: Diskussionen, Annotationen, Interaktionen
    • Mailinglisten und e-Mail
    • Collaboratories