Kindle

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Amazon

Die Online-Firma Amazon.de gehört zu dem weltweiten Online-Händler ´Amazon.com´, der seinen Sitz in Seattle hat. Der deutsche Ableger begann seinen Vertrieb 1998. Zur Verkaufspalette gehören Sport- und Freizeitprodukte, Kleidung, Schmuck, Drogerieartikel, Haushalts- und Gartenartikel, elektronische Waren, Musik und Bücher. Die aktuellsten Vertriebssparten sind der Verkauf von Musik in Form von MP3-Dateien und sogenannte E-Books. Um in Konkurrenz zur echten ´Ware´ Buch treten zu können, lancierte Amazon den Kindle. Amazon beschäftigt momentan über 20'000 Mitarbeiter und erreichte 2008 einen Umsatz von 19 Milliarden US-Dollar.

Kindle

Der Kindle ist ein tragbares Lesegerät für E-Books, der im Jahr 2007 in den USA erschien. Während dort schon die zweite Version des Lesegeräts auf den Markt kam, ist er in deutschsprachigen Ländern noch nicht erhältlich. Über 200000 E-Books sind für den Kindle verfügbar. Zitat Zeit.de [1]: „Der Name Kindle heißt übertragen etwa ´ein Licht entzünden´. Insgesamt wird heute nach Branchenschätzungen gerade einmal jedes 100. Buch als E-Book verkauft, doch es sollen schnell mehr werden. Anders als bei den allerersten E-Readern in den neunziger Jahren haben die heute dominierenden Geräte einen dünnen Bildschirm mit sogenannter E-Ink-Technologie (Elektronische Tinte). Das Display kommt ohne eigene Lichtquelle aus und ist besonders kontrastreich, damit der Leser nicht ermüdet.“ Inzwischen ist eine Kindle-Applikation auch auf dem IPhone erhältlich.

Auch andere Firmen haben diesen Absatzmarkt für sich entdeckt, wie beispielsweise Sony. Ein Konkurrenz-Produkt wurde schon auf dem Japanischen Markt getestet, musste aber aufgrund mangelnder Nachfrage wieder eingestellt werden.


Kindle und die Problematik des Urheber-Rechts

Am 20.07.2009 war in der Zeitung ´Zeit-Online´ von „digitaler Bücherverbrennung“ zu lesen. Und weiter: „´Kein dreckiger Diktator, Staatsverbrecher und reaktionärer Politiker von Peking über Pjöngjang bis Rom, dem so etwas nicht gefallen würde: Gäbe es keine Bibliotheken mehr, sondern nur noch Kindles, könnte man dem Buchhändler einfach juristisch Druck machen: Ein Knopfdruck, und schon wäre jedes missliebige Werk weg. Bücherverbrennungen sind ein Witz gegen das, was Amazon zu tun in der Lage ist.´ […] Vor allem aber hat Amazon bewiesen, dass es problemlos möglich ist, gegen den Willen des Kunden auch ordentlich gekaufte und bezahlte Dinge zurückzuholen. Das Unternehmen führe sich damit selbst […] ´als neuer Gewaltherrscher ein´, der niemandem Rechenschaft schuldig sei.“ Quelle: Zeit.de [ http://www.zeit.de/online/2009/30/amazon-kindle-orwell]

Grund dieser Aussagen: Amazon hatte legal erworbene Bücher seiner Kunden vom E-Book-Reader Kindle ohne Zustimmung der Kindle-Besitzer gelöscht. Darunter war auch ausgerechnet „1984“ von George Orwell, in dem er das Szenario der totalen Überwachung und Beseitigung gegenläufiger Meinungen aufgezeichnet wird. Genau dies werden nun Kritiker dem Anbieter Amazon vor. Amazon hat die Möglichkeit, über den Mobilfunk direkt auf Kindle zuzugreifen und administrative Aufgaben zu erledigen – in diesem besonderen Fall, ein verkauftes Exemplar dem Käufer durch Löschung zu entziehen. Hintergrund der Löschung war eine illegal verbreitete Version verschiedener E-Books. Obwohl Amazon den Kaufpreis zurückerstattete machte dieser Vorfall wohl allen Nutzern zwei Dinge deutlich: Erstens, der Inhalt ihres Kindles gehört den Besitzern des Kindels nicht und zweitens wurde ein Machtinstrument sichtbar, das Überwachung und Kontrolle möglich macht.


Quellen und weiterführende links

  • Amazon: [2]
  • Evolution auf dem Buchmarkt: [3]
  • Amazon löscht digitale Exemplare von "1984": [4]
  • Amazon zahlt 150.000 Dollar für gelöschte Hausaufgabe: [5]
  • "Wir kaufen Eigentum auf Zeit": [6]
  • Amazons Feudalismus: [7]
  • Krieg der Bücher: [8]
  • Online-Buchhandel vor Weichenstellung: [9]
  • "Mit der Bibliothek unterm Arm" (Artikel im Tages Anzeiger): [10]