Librarything

Aus HistnetWiki
Wechseln zu:Navigation, Suche

Librarything.jpg

LibraryThing

Mit dem Slogan 'Was steht in deinem Bücherregal?' ist das Herzstück von LibraryThing beschrieben. Leute aus aller Welt sollen ihre eigenen Bücher katalogisieren, ihre Bibliothek präsentieren und mit anderen Leuten, die ähnliche Interessen haben, in Kontakt treten. Inzwischen haben über 380'000 Mitglieder 25 Million Bücher katalogisiert.

einige Zahlen (Stand 25.03.08):

  • Members 384,186
  • Books cataloged 25,035,138
  • Tags added 32,568,517
  • Unique works 3,126,728
  • Total reviews 362,070
  • Works reviewed 189,752
  • Ratings 3,853,468
  • User-contributed covers 820,994
  • Author photos 20,540
  • User groups 3,504
  • Forum messages 509,957
  • Forum touchstones 358,993

Entstehung/Geschichte

Tim Spalding, Webentwickler aus Portland, Maine, gründete LibraryThing im August 2005. Ursprünglich entwickelte er das Konzept für sich und seine Freunde, um private Bücher zu katalogisieren, ohne die Absicht daraus ein Unternehmen zu gründen (=offizielle Version). Inzwischen arbeiten neben Tim noch fünf weitere Leute (Bibliothekare und Entwickler) für LibraryThing.

Im Mai 2006 kaufte der (nach eigenen Angaben grösste) Online-Buchhändler Abebooks 40% des Unternehmens. In einer Pressemitteilung begründete Abebooks den Kauf mit der riesigen Menge an Informationen über Bücher und Kaufgewohnheiten von Lesern, die auf LibraryThing gespeichert sind. Tim Spalding begrüsste die so entstehenden Marketingmöglichkeiten, um sein Projekt noch bekannter zu machen. Gleichzeitig versicherte er, es würden keine Benutzerdaten (Benutzernamen, echte Namen oder Emailadressen) weitergegeben. Beide Teilhaber haben dieselbe Zielgruppe, nämlich Leute, die Bücher lieben und diese auch kaufen.

Features

für Private

Bis zu 200 Bücher kann ein privater Benutzer gratis in seine Bibliothek einfügen. Wer mehr Bücher katalogisieren will, muss einen jährlichen Beitrag von 10 USD oder den lebenslangen Beitrag von 25 USD bezahlen. Die Titelaufnahmen stammen von amazon, der Library of Congress oder aus 250 anderen Bibliothekskatalogen, die ausgewählt werden können. Je nach Quelle werden Dewey oder LoC-Nummern und Schlagworte übernommen. Eigene Tags und Kommentare können genauso hinzugefügt werden wie Leselisten, Wunschlisten, Rezensionen oder Zusammenfassungen, die alle auf der Hauptseite des Werks sichtbar sind. Wer mehr Privatsphäre möchte, kann den andern Mitgliedern den direkten Einblick in seine Bibliothek verweigern.

Über die Tags und Schlagworte wird auf weitere Bücher verwiesen. Ähnlich wie bei amazon wird eine Auswahl von Büchern präsentiert, die Leute, die dieses Buch haben, auch besitzen.

Sehr praktisch ist die Zusammenfassung von verschiedenen Ausgaben, Auflagen und Übersetzungen zu einem Werk. Diese FRBR-Methode bringt Informationen aller Besitzer eines Buches, egal welche Sprache oder welche Auflage ihr eigenes Buch hat, zusammen.

Neben der Katalogisierung ist der Community-Teil von Librarything mit Forum, Gruppen, Blogs und eigenem Wiki zuständig für den Kontakt der Mitglieder untereinander und dem Rest der 2.0-Welt.

für Autoren

Sobald ein Buch eines Autors in einer persönlichen Bibliothek von LibraryThing aufgenommen ist, wird automatisch eine Autorenseite generiert, wo alle Mitglieder Fotos, Links und Informationen zu diesem Autor hinzufügen können.

Offizielle LibraryThing-Autoren können eigene Bücher vorstellen oder sich am Autorenchat beteiligen.

für Bibliotheken

Einfach und günstig können Bibliotheken verschiedene Arten von catalogue enrichments in ihre OPACs einbinden. Neben Rezensionen und Tags, die LibraryThing-Mitglieder erstellt haben, können auch die FRBR-Funktionen übernommen werden. Seit März 08 bietet Google über LibraryThing Umschlagsbilder an, die auch in den eigenen OPAC geladen werden können. Geplant ist die Möglichkeit für die jeweiligen Bibliotheksbenutzer, sich auch direkt zu beteiligen und selber Tags, Rezensionen usw. in ihrem OPAC zu veröffentlichen. Erst dann wird die Bibliothek selbst zum sozialen Netzwerk (vrgl. Maness, 2006).

Einige sehr kleine Bibliotheken veröffentlichen ihren ganzen Bestand in einer 'privaten' Bibliothek, andere zeigen per RSS-Feed ihre Neuerwerbungen an.

für Verlage

Eine gute Werbung für Verlage sind die Early Reviewers, Mitglieder, die gratis Vorabkopien von Büchern erhalten und dazu Rezensionen schreiben. Den beteiligten Verlage wird regelmässig im LibraryThing BLOG gedankt.

für Buchhandel

Auf der Seite LibraryThing local können sich Buchhändler mit Adresse eintragen und ihre Veranstaltungen ankündigen.

Mit einem Link in der Rubrik "Kaufen, ausleihen, tauschen oder ansehen", die diskret neben jeder Beschreibung eines Werks zu sehen ist, sichern sich Abebooks und Amazon potentielle Käufer.

Bewertung

Ich finde es sehr interessant, wie mit Hilfe einer 2.0-Anwendung wie LibraryThing das, im Prinzip trockene Katalogisieren von Büchern, zu einer trendigen, sexy Sache wird. Statt in einem verstaubten Buchclub treffen sich die Leser im Forum in unzähligen Gruppen und diskutieren tatsächlich über Bücher.

Selbstverständlich stehen dahinter auch handfeste, kommerzielle Interessen, z.Bsp. vom Mitaktionär Abebooks. Mich persönlich stört aber die, zwar an vielen Stellen präsente, aber doch dezente Werbung, nicht. Wer seine Bücher öffentlich katalogisiert und Rezensionen, Tags usw. hinzufügt, muss sich auch bewusst sein, dass diese Daten (zwar ohne Weitergabe von echten Namen) von dritter Seite für kommerzielle Zwecke genutzt werden können.

Mit ständig neuen Features und Verbindung zu andern Web 2.0-Anwendungen wie FlickR oder LiveJournal bleibt LibraryThing spannend für seine Benutzer, die nicht nur Mitglieder, sondern vielmehr Teil der LibraryThing-Community sind. Ich denke, diese Idee der Community als Raum, wo man sich (und seine Bücher) austauschen und darstellen kann, ist der Hauptgrund für den Erfolg von LibraryThing. Mit der Kombination von Social Tagging und Social Networking wird das alte Medium Buch in neuen Räumen diskutiert. Statt zu einer Gefahr, wird das Internet zur neuen Bühne für das Buch an sich.

Für Bibliothekare, die eine klassische Auffassung von Bibliothekskatalogen vertreten, und für die eine Trennung von Benutzern und Erschliessung bis anhin selbstverständlich schien, kann die Öffnung der Kataloge mittels Social Tagging und anderen Library 2.0-Tools eine ziemliche Erschütterung ihres Selbstverständnisses bedeuten. Wenn dadurch aber die Nutzung der OPACs und am Ende auch der darin verzeichneten Literatur steigen würde, hat sich die Aufweichung der Grenzen für alle Beteiligten gelohnt.

Für weitere Informationen und Links siehe

Beitrag in Wikipedia, engl. zu LibraryThing

Beitrag in Wikipedia, deutsch zu LibraryThing

Aufsätze zum Thema LibraryThing

Maness, Jack M.: Library 2.0 Theory: Web 2.0 and its implications for Libraries, in: Webology, Vol. 3, No. 2, 2006, June

Voss, Jakob: LibraryThing-Web 2.0 für Literaturfreunde und Bibliotheken, in: Mitteilungsblatt der Bibliotheken in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Heft 137, 2007, August

Maxymuk, John: Bits & Bytes. Whose space?, in: The bottom line: Managing Library Finances, Vol. 20, No. 2, 2007

Ähnliche Projekte

readme.cc ist ein Projekt mit ähnlichen Features, aber ganz anderem Hintergrund.

GoodReads.com hat dieselbe Grundidee wie LibraryThing.

shelfari

Tags

  • Bibliothek
  • Katalogisierung
  • book shelf
  • Buch
  • social tagging
  • Amazon
  • Catalogue enrichment
  • tagging
  • Kommunikation
  • Community
  • Tim Spalding
  • Kontakt
  • Private Büchersammlung
  • Literaturverwaltung
  • Eventfinder
  • Book "sharing"
  • Social library
  • book shelf
  • Katalog
  • Library 2.0