Medien der Geschichte 05.05.2008

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Fall der Berliner Mauer

In der kommenden Sitzung werden wir den Fall der Berliner Mauer als mediales Ereignis besprechen. Zur Vorbereitung bitte ich darum, den kurzen Text mit dem Titel "Die Medien öffneten die Mauer" zu lesen. Der Text ist online verfügbar und unter folgenden Link zu finden:

[1]

Da bereits dieser Titel einiges zu diskutieren gibt, möchte ich folgende Diskussionspunkte vorschlagen:

1. Inwiefern waren es tatsächlich die Medien, die den Fall der Berliner Mauer verursachten?

2. Welche Rolle spielte dann die Öffentlichkeit einerseits unter dem Aspekt Politik und andererseits unter dem Aspekt Medialität?

3. Anhand des Falls der Mauer sehen wir, wie Medien ein historisches Ereignis mitbestimmen können. Es gilt dabei zu diskutieren, inwiefern sie im Hinblick auf dieses bestimmte Ereignis Instrument der Politik und damit weniger mächtig sind, als man genuin annimmt.

4. Historische Ereignisse werden medial verarbeitet. Was bedeutet dies für die Medialität, insbesondere, wenn wir von der These ausgehen, dass es tatsächlich die Medien waren, welche für den Fall der Berliner Mauer konstitutiv waren.

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Der Diktator Nicolae Ceausescu

Lebensdaten

  • Geboren 26. Januar 1918 in Scornicesti, Rumänien
  • 1932 Eintritt in die Rumänische Kommunistische Partei
  • 1945 Heirat mit Elena Petrescu. Hat mir Ihr 2 Söhne und 1 Tochter
  • 1953 wird er zum Sekretär des Zentralkomitees gewählt
  • 1965 wird er zum Führer der Kommunistischen Partei gewählt
  • 1974 wir er der Präsident Rumäniens
  • 1989 im Dezember gibt es grosse Aufstände in Rumänien
  • 25. Dezember 1989 Nicolae und Elena werden zum Tode verurteilt und erschossen


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Sitzungsbericht

Der Fall der Berliner Mauer wie auch der Prozess und die anschliessende Hinrichtung des rumänischen Diktators Nicolae Ceausescu bzw. die medialen Darstellungen dieser Ereignisse zeigen auf, dass die Medien wichtige Funktionen für das gesellschaftliche und politische System erfüllen. Besonders in modernen Demokratien und den dazugehörenden Ideologien von Meinungs- und Pressefreiheit kommt ihnen eine wichtige Rolle zu, so dass die Medien nicht umsonst oft als die vierte Gewalt in einem Staat bezeichnet werden, da die Vermittlung von Politik und die öffentliche Darstellung und Rechtfertigung politischen Handelns die Grundlage und Voraussetzung für eine freie Meinungsbildung sind. Gleichzeitig stellen die Medien Öffentlichkeit her, welche als Sammelstelle für alle politisch relevanten Informationen fungiert. Die Medien, d.h. insbesondere so genannte Massenmedien wie das Fernsehen, das Radio, Printerzeugnisse und natürlich das Internet, stellen die einzige Möglichkeit dar, ein möglichst grosses Publikum in kürzester Zeit zu erreichen, um es über Neuigkeiten zu einem bestimmten Sachverhalt aufzuklären oder um die Rezipienten von der eigenen Meinung zu überzeugen. Den Politikern kommt dabei die Tatsache entgegen, dass die Medien der Grundstein in der öffentlichen Meinungsbildung sind, d.h. den Rezipienten bleibt - neben der interpersonellen Kommunikation - nichts anderes übrig, als sich durch mediale Kommunikation über politische Meinungen und Informationen aufzuklären. Um Informationen über politische Vorgänge, Akteure und Sachverhalte zu bekommen, muss sich der einzelne Bürger an die Medien halten, denn von einem persönlichen Kontakt mit Politikern können nur die wenigsten profitieren, was angesichts der Grösse einer Gesellschaft sowie aus zeitlichen Gründen nicht weiter erstaunt. Die Medien stellen somit einerseits das Bindeglied zwischen der Bevölkerung und den politischen Akteuren dar und sind andererseits die wichtigste Informationsquelle, wenn es darum geht, sich politisch und - wie im Fall der in dieser Sitzung behandelten Themen - historisch zu informieren.

Dies gilt nicht nur für akteulle Ereignisse, sondern auch für die nachträgliche Darstellung eines historischen Ereignisses. In Bezug auf die Geschichte lässt sich die Rolle der Medien als Repräsentanten der Geschichte beschreiben, wobei sich die Medien bewusst sind, dass bei einem Ereignis, wie dem Fall der Berliner Mauer oder dem Prozess des Nicolae Ceausescu, 'etwas' passiert und dass sie dies ihrem Publikum vermitteln. Als Geschichtsereignisse lassen sich solche Ereignisse beschreiben, die Auswirkungen auf die Zukunft haben, wobei man sich dessen bereits in dem Augenblick, in dem es passiert, bewusst ist. Die Zunahme an wissenschaftlichen, multimedialen Berichten über Geschichtsereignisse zeigt, dass der Anspruch der Medien auf Geschichtsschreibung durch die zur Verfügung gestellten medialen Materialien berechtigt ist und es nicht nur um die Verbreitung von Informationen und Unterhaltung geht. Bleibt zu erwähnen, dass sich im Zusammenhang damit die heutige Quellenbasis gegenüber der früheren, vorwiegend in schriftlicher Form gehaltenen, verändert, so dass sich die mediale Verarbeitung eines historischen Ereignisses heute auch in Form von Musik, Film und Bild präsentiert. Da erstaunt es nicht, dass die Suche nach einschlägigen Titeln zum Berliner Mauerfall in der Bibliothek bei weitem nicht so viele Treffer ergab, wie die Suche im Internet. Das neue Medium Internet erlaubt es, ein Geschichtsereignis auf multimediale Art darzustellen, wobei es trotz der Zunahme an wissenschaftlichen Berichten noch immer ein grosses Angebot an multimedialen Darstellungsformen gibt, welche sich an ein disperses Publikum richten und somit in erster Linie dem Anspruch der Unterhaltung gerecht werden wollen, womit der wissenschaftliche Aspekt oftmals zu kurz kommt.

--Philipp Bucher 17:31, 15. Mai 2008 (CEST)