Sitzungsnotizen 19. Oktober 2009

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  • Projektstart
    • 2005
      • am 2. November 2005 lanciert Google „Google Print“
  • Vorgeschichte
    • 2001
      • Amazon lanciert „Look Inside the Book“
      • macht Klappentexte und Inhaltsverzeichnisse ausgewählter Bücher digital zugäng-lich
    • 2003
      • Amazon kündgt Weiterentwicklung an
      • „Search Inside the Book“ oder auch „Look Inside the Book II“
      • gesamter Text eines Buches wird eingescannt
      • potentielle Käufer können im gesamten Text nach bestimmten Begriffen suchen
      • angezeigt werden nur Textausschnitte
      • Amazon schloss v. a. mit amerikanischen Verlagen Verträge ab
      • trotzdem Widerstand von Seite der Autoren
      • „Authors Guild“ informiert, dass Verlage nicht berechtigt gewesen seien, mit Amazon entsprechende Vereinbarungen zu treffen
      • Amazon blockiert daraufhin Druckfunktion
      • Herbst 2003 Gerücht: Google plant ähnliches Projekt
    • 2004
      • Buchmesse 2004: Google präsentiert Google Print
      • zwei Bereiche
        • Google Print im engeren Sinn: Kooperationen mit den Verlagen
        • Google Library: Kooperation mit mehreren Bibliotheken
    • Google Library
      • grösste Scan-Projekt aller Zeiten
      • Ziel: Digitalisierung von 15 Millionen Büchern
      • ca. 4,5 Milliarden Seiten
      • Kooperationen mit fünf Bibliotheken
        • Universitätsbibliothek Stanford
        • Universitätsbibliothek Harvard
        • Universitätsbibliothek Michigan
        • Universitätsbibliothek Oxford
        • New York Public Library
      • Kritik von Autoren und Verlagen
        • Digitalisierung ohne die entsprechenden Rechte zu besitzen
        • Moratorium; Verlage sollen angeben, welche Bücher nicht gescannt werden sollen (opt-out-Lösung)
        • Oktober 2005 trotzdem mehrere Klagen gegen Google
      • Kritik auch von nicht-englischsprachigen Bibliotheken
        • v. a. Jean-Noël Jeanneney (Direktor Bibliothèque nationale de France)
        • forderte europäische Gegenoffensive
        • befürchtet angelsächsische Dominanz bei Google
        • Ende September 2005 (?) lanciert EU neue Initiative „i2010 - Digitale Biblio-theken“
    • Konkurrenzprojekte
      • Open Content Alliance (OCA)
        • im Herbst 2005 von Yaho und Internet Archive gegründet
        • Partner
          • Adobe
          • Hewlett Packard
          • University of Berkeley
          • Microsoft trat dann auch der Allianz bei
        • strikte Einhaltung des Urheberrechtes
        • z. Z. ca. 1 Million Bücher digitalisiert
      • The European Library (TEL)
        • seit 2005
        • Portal von 48 Nationalbibliotheken
        • nicht identisch mit Europeana, aber organisatorischer Vorläufer
      • Europeana
          • im Rahmen von i2010 gefördertes EU-Projekt
          • Prototyp ging November 2008 online
          • missglückter Start (Server-Crash)
          • Frankreich-lastig
      • UNESCO Internet-Weltbibliothek
        • Start im Frühjahr 2009
        • 32 Partnerorganisationen unter Leitung der Library of Congress
    • Umbennenung
      • Google benennt das 2005 Projekt in Google Books um und fusioniert gegen aussen die beiden Teile
    • Neue Partner
      • März 2007: Bayerische Staatsbibliothek München (erste deutschsprachige Bibliothek)
      • Mai 2007: University of Mysore Indien lässt 800'000 Dokumente digitalisieren
      • Mai 2007: BCU Lausanne beteiligt sich als erste frankophone Bibliothek am Projekt
    • Status quo
      • unterschiedliche Copyright-Schranken
        • US-Benutzer: alles vor 1923 zugänglich
        • Nicht-US-Benuter: nur bis 1864 zugänglich
        • PDF zum Herunterladen enthalten kein OCR
    • Google Book Settlement
      • Vergleichsvorschlag als Reaktion auf Sammelklage von Verlagen und Autoren in den USA
      • falls Vergleich zustande kommt, weltweit relevant
      • falls Vergleich zustande kommt, ist kein nachträglicher Einspruch durch Autoren möglich
      • dieser ausgehandelte (aber noch noch nicht rechtsgültige) ist eigentlich wieder Makulatur und wird neu ausgehandelt
      • deutsche Verlage zum Beispiel wollen „Opt-in“ statt „Opt-out“
      • Anhörung für neue Fassung am 9. November 2009
      • D und CH: VG Wort resp. Pro Litteris haben eigenen Vorschlag ausgearbeitet
      • Hearing bei der EU im September 2009: für Europa keine Digitalisierung auf Vorrat
      • Diskussion auch durch die Heidelberger Erklärung, die eine radikale Position vertritt
    • DISKUSSION Einschätzungen und Auswirkungen von Google Books
      • Scanqualität sehr gut
      • Metadatenqualität sehr schlecht
      • rechtliche Aspekte unklar (Knebelverträge für Bibliotheken?)
      • blockiert die öffentliche Finanzierung von Digitalisierungsprojekten
      • Nutzen für die Wissenschaft
        • positiv
        • erfordert aber Kompetenzen
      • Pläne von Google unklar
        • Persistenz nicht gewährleistet
        • wem gehören die Digitalisate
        • bleibt der Dienst auch langfristig kostenlos nutzbar (heute finanziert über Werbung)