WeiterbildungHohePromenade2010

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Stichworte zum Ablauf "Internet und Geschichtsunterricht"

  • Teil 1: Grundlagen, Stand der Forschung, Prinzipien
    • Zu meiner Person
    • Basics
      • Zu Internet und digitalem Wandel,
      • Jugendliche und Internet
    • Geschichtsdidaktik und Internet
      • Stand, Herausforderungen, Ansätze
  • Teil 2: Überlegungen zur Praxis
    • Internet ist eine Realität. Wie lässt es sich in den Geschichtsunterricht integrieren?
    • Internet im Geschichtsunterricht als
      • Technische Unterstützung (Werkzeug; Austausch, Schreiben)
      • Lehrmittel (Informationsträger; Lesen)
      • Gegenstand
  • Teil 3: Fallbeispiel Wikipedia
    • Was ist Wikipedia?
    • Wikipedia und Geschichte
    • Wikipedia und Geschichtslernen
    • Wikipedia und Geschichtsunterricht
  • Teil 4: Diverses und übrig Gebliebenes
    • Restanzen
      • Zitierweise
      • Copyright, Datenschutz (Google, Facebook)
      • Plagiats-Software
    • Geschichtsunterricht und Medienkompetenz?
      • Heterogenität
      • Fachbezogenheit
    • Zukunft (iPad & Co.)

PDF der Folien sind hier zu finden (Achtung, 6.3 MB).

Allgemeine Links

Literatur

Internet und Geschichtsdidaktik

  • Danker, Uwe; Schwabe, Astrid: Normative fachdidaktische Anforderungen an virtuelle Geschichtspräsentationen. Möglichkeiten und Grenzen der Umsetzung am Projektbeispiel eines "Virtuellen Museums". In: ders.; Schwabe, Astrid (Hg.): Historisches Lernen im Internet. Geschichtsdidaktik der Neuen Medien, Schwalbach/Ts. 2008, S. 60-89.
  • Körber, Andreas: Geschichte im Internet. Zwischen Orientierungshilfe und Orientierungsbedarf. In: Zeitschrift für Geschichtsdidaktik 3 (2004), S. 184-197.
  • Körber, Andreas: Neue Medien und Informationsgesellschaft als Problembereich geschichtsdidaktischer Forschung. In: Zeitschrift für Geschichtsdidaktik 1 (2002), S. 165-181.
  • Körber, Andreas: Kompetenzorientiertes Geschichtslernen in virtuellen Räumen?. In: Danker, Uwe; Schwabe, Astrid (Hg.): Historisches Lernen im Internet. Geschichtsdidaktik der Neuen Medien, Schwalbach/Ts. 2008, S. 42-49.
  • Hilmer, Thomas: Projektorientiertes und entdeckend-forschendes Lernen im und mit dem Internet mithilfe der "Web-Quest"-Methode. In: Danker, Uwe; Schwabe, Astrid (Hg.): Historisches Lernen im Internet. Geschichtsdidaktik der Neuen Medien, Schwalbach/Ts. 2008, S. 131-146.
  • Hodel, Jan: Recherche: Google – and Far Beyond. In: Gasteiner, Martin; Haber, Peter: Digitale Arbeitstechniken für die Geistes- und Kulturwissenschaften, Stuttgart 2010, S. 25-37.
  • Hodel, Jan: Historische Narrationen im digitalen Zeitalter Wandel. In: Danker, Uwe; Schwabe, Astrid (Hg.): Historisches Lernen im Internet. Geschichtsdidaktik der Neuen Medien, Schwalbach/Ts. 2008, S. 182-195.
  • Hodel, Jan: Digital lesen, digital schreiben, digital denken? Über den kompetenten Umgang mit Geschichte im Zeitalter des digitalen Medienwandels. In: Jorio, Marco; Eggs, Cindy (Hg.): Am Anfang ist das Wort. Lexika in der Schweiz, Baden 2008, S. 113-125.
  • Hodel, Jan: Historische Online-Kompetenz. Informations- und Kommunikationstechnologie in den Geschichtswissenschaften. In: Pöppinghege, Rainer (Hg.): Geschichte lehren an der Hochschule. Bestandsaufnahme, methodische Ansätze, Perspektiven, Schwalbach 2007, S. 194-210.


Weitere Publikationen auf der Publikationsliste von Jan Hodel


Wikipedia und Geschichte

Wikipedia: Vergleich mit anderen Enzyklopädien

Weitere Literatur zu Wikipedia

Weitere Literatur zu und über Wikipedia ist hier zu finden: http://wiki.histnet.ch/index.php/LiteraturlisteWikipedistik

Fragen & Kommentare & Notizen von DS

Protokoll, 01. Juni 2010

Anwesend: Mirella, Lorenzo, Charlotte, Peter, Dominik Abwesend: Robert, Koni

Zwei Merkmale: Digitalisierte Daten, vernetzte Endgeräte (diverse Geräte, nicht nur Compis)

⇨ Remediation: Gewisse Medien-Funktionen werden übernommen, ergänzt. Bspw. Fernsehen im Internet, Erweiterung der Funktionen/Möglichkeiten ⇨ Informations- und Kommunikationsmedium (Grenzen sind verschommen) ⇨ Copy/Paste-Problematik ⇨ Zugang einfach, bspw. iPhone



Dezentrale Datenspeicherungs-Situation

1. Informationsräume nach verschiedenen Logiken

  • Fachspezialisten (Bibliotheken)
  • Schlagwortsuche (alphabetisch etc.)

2. Maschinell-algorithmisch

  • automatisierte Programme
  • Volltextsuche (Phrasen suchen wäre in den 1980er-Jahren undenkbar gewesen, neu ist Relevanzordnung)

Exkurs: Relevanzordnung bei Google: Texte werden an Mustererkennungsverfahren ausgewertet, wo ist ein Wort im Text (Zwischentitel, Haupttitel etc.), entsprechend werden die Dokumente gewichtet – Titel bspw. wird hoch gewichtet. Google hat als erste Suchmaschine ausgedacht, dass die Verlinkung die „Währung“ ist. Bspw. Seiten mit interessanten Inhalten, darauf wird verwiesen (Grundidee). Weiter: Wenn NZZ ein wichtiger Knotenpunkt ist, dann werden die Links, die raus gehen, auch hoch gewichtet. Werbeplätze können gekauft werden, die klassischen Suchresultate können wahrscheinlich nicht beeinflusst werden (Google bestreitet dies jedenfalls). Aufgrund gesetzlicher Grundlagen (bspw. China) verändert Google auch den Index, gewisse Seiten werden demnach ausgeschlossen.

Wie viel des Internets ist in den Suchmaschinen drin? Man schätzt gemäss Studien 30%. Man kann sich auch ausschliessen lassen: Eine Institution kann im Code verankern, dass man nicht über die Suchmaschinen erfasst wird. ⇨ dh. es ist nie ein Abbild von dem, was im Internet vorhanden ist

3. Community-basiert

  • Schwarmintelligenz, Stichwort-Suche, Ordnung in „Wolken“ (Begriffe, die viel vorkommen sind gross, jene mit wenig Einträge klein etc.)


Jugendliche und Internet

  • Digital natives: Internet ist normal. Keine formale Ausbildung, autodidaktisch, Peers, Eltern. Wissen: „Was man kennt und doch nicht weiss“
  • Heterogenität ist gross: von 15min bis 4h pro Tag, Schnitt = 2h / Nutzung: Sozial-Kommunikation, Unterhaltung, Spiele, Information, Hobby (bspw. Tennis-Spieler, wann ist das nächste Training, Pfadi: wann das nächste Lager etc.)
  • Homogenität (bei Informationsbeschaffung): Google und Wikipedia dominieren, Buch/Bibliothek als Backup

Untersuchung Hodel: Schüler: „Eigentlich vertraue ich Bücher mehr als dem Internet“, also für grössere Vorträge durchaus weiterhin top. Aber der Aufwand wird gescheut (Bildungsbürgerliches Ideal).


Internet Geschichtsdidakatik

1. Fachinterne Diskussion Anfang 1990er-Jahre Publikation über „neue Medien“, bspw. CD-Rom ist voll out. Wenig Entwicklung: - Internet als Reservoir von Lehrmaterialien (Linktipps) - Internet als „Problem“: Informationsflut, unsichere Qualität

Ausnahmen: - Körber: Internet als geschichtskultureller Erfahrungsraum - Danker/Schwabe: Geschichte erzählen mit Hypertext

Sehr wenig Forschung auf diesem Gebiet

2. Analyse

Was haben Schüler und wir für Vorstellungen von Geschichte? Schüler: „Geschichte=Allgemeinwissen von beliebiger Herkunft“ NZZ/Schulbuch/Internet/Lexikon/Wikipedia/Lehrertext => Schüler

Vergangenheit <= erschliesst und deutet Vergangenheit mit einem Erkenntnisinteresse AUTOR schreibt Geschichte => Schüler

These: stärker auf Autor fokussieren heute sinnvoll

Konkretes Ereignis Bestimmter Prozess Ausgeführt von identifizierbarer Person Erkenntnisinteresse muss verifizierbar sein

3. Konzepte

Bis heute recht klassisch von der Historik ausgehend: Sachurteil – Werturteil – Sachanalyse – Frage/Vermutung (ausgehend von Quellen und Darstellungen) [nach Gautschi 2009] Wichtig: Von wem ist die Frage, die am Anfang steht? Von den Schülern? Vom Lehrplan?

Digitale historische Methode

- Heuristik (Informationen beschaffen/auswählen) - Kritik (Herkunft, Autor, Kontext prüfen) - Interpretation (Deutungszusammenhang analysieren)

Online Kompetenz

- Lesen (inkl. Aus-Lesen / Analyse) - Schreiben (Eigentätigkeit) - Reden/Reflektieren (Kommunikation/Austausch)

Exkurs: Was heisst Web 1.0 etc.? Anfang Geschichte des Internets, man soll Inhalte mit Edit verändern können. Web 1.0 heisst vor allem ausgehend von einem Verteiler eine Info-Verbreitung. Bei Web 2.0 ist das Edititing eingeführt worden, Produser – man kann selber mitgestalten (Wikipedia, Youtube). Youtube wäre gar nicht machbar von einer Institution aus. Web 3.0: Inhalte sollen besser mit Auszeichnungen versehen werde, so dass eine Suche „Wann hat Jan Hodel den ersten Text publiziert?“

Epic 2015 (ein Web-Film aus dem 2004, eine Distopie über Personalisierung von Webnutzung aufgrund einer Fusion von Amazon und Google)


Gliederung Internet und Geschichte

a. Technische Unterstützung (Lernplattform, Facebook etc.) b. Lehrmittel (Informationsträger) c. Gegenstand (Internet-Geschichte, Geschichtskultur)

a. Technische Unterstützung Koordination, Termine / methodische Hilfsmittel: Schreiben, schriftliche Diskussion / Vorteile: Klassenöffentlichkeit, Vernetzung

Disktuiert wird das Thema der „Mauer“ zwischen Schüler unter Lehrer bei Computerzimmern.

b. Lehrmittel Internet als „direktes“ Lehrmittel: Darstellungen (Chronik der Mauer)/Quellensammlungen (American Memory, Youtube)/Meta-Daten (Clio-online)/Methode (WebQuest)

Internet als indirektes Lehrmittel (statt Konkurrenz) Nahe: Vergleichen von Texten, Copy/Paste-Collagen, Prüfung mit Netz Weiter: Unikate, Umformen, andere Kontexte, Referat-Text

Beispiel „Chronik der Mauer“ (www.chronik-der-mauer.de)Gut betriebene und materialreiche Seiten. Videos lassen sich jedoch nicht runterladen, weil Flash.

Beispiel „Holocaust-Archiv“: (www.ushmm.org) Fragestellungen: Erklärt die Geschichte des Gegenstands X?

Beispiel „Library of Congress“ – unterschiedlichste Quellengattungen (bspw. Karten, Werbungen...)

Beispiel: Staatsarchiv Basel-Stadt grosse Menge Bildmaterial aus dem 19. und 20. Jahrhundert

Beispiel für Meta-Information: Clio-online / info-clio / lehrer-online

Vorbereitungs-Maschine: lehrer-online.de

Probleme bei Wochenschau auf Youtube: Man weiss nicht, woher die Beispiele kommen, sind es die richtigen etc.?

Vorschlag zu den Quellen auf dem Netz: Qualität und Herkunft thematisieren als Teil der Aufgabestellung

Beispiel Grenzfall: „louise-schroeder-gymnasium“ in München, unterschiedliche Qualität der einzelnen Beiträge

Beispiel webquests.ch / man arbeitet mit vorgegebenen Internet-Ressourcen sowie mit definierten Aufgaben Auf moodle könnte man einen Auftrag geben: Macht einen webquest - klassischer Ablauf: Informationen sammeln, verarbeiten, reproduzieren, vorstellen / man kann auch ein Fragequiz oder Lückentext selber erstellen

Fazit „direktes“ Lehrmittel. Was bringt es mehr als ein Schulbuch? - Zusätzliche Medienformate: Film, Ton - Interaktivität Aufwand? - Vorbereitung - Ausführung (Unterrichtsorganisation) Chancen? - Spezifische Fähigkeiten in Heuristik & Quellenkritik - Ausweitung des inhaltlichen Spektrums


Problemstellung: - Schüler nutzen „irgendwelche“ Infos - Copy/Paste - Sanktionen ⇨ kein Lerneffekt Internet als heimliches Lehrmittel

Ansatz: Mit „Texten“ arbeiten, nicht mit Themen Mit Fragestellungen Internet mit einbeziehen

Vergleichen: Buch / Internet oder Internet / Internet Perspektive, Ausführlichkeit, wie ist es geschrieben

Sammeln von Texten: Copy/Paste-Collage (mit Nachweis) – funktioniert das? Text-Rallye: Finden einen Text in Internet, der besser ist als Text X

• Prüfung mit Internet als erlaubtem Hilfsmittel

Andere Unterrichtsformate: Arbeit mit Unikaten (Zeitzeugen, einzelnen Quellen: Frage die Grossmutti über Einkaufsverhalten in den 1950ern) Umformen der Inhalte (Comic, Filmskript, Theaterszene etc.) Neue Zugänge zu bekannten Inhalten Verfassen eines Lehrmittels für jüngere Schülerinnen Kurz-Referat mit Klassen-Prüfung (Klassenschnitt ist die Note für das Referat)

Erhoffter Effekt: Gewöhnliche Internet-Nutzung nicht sinnvoll Internt zur Erschliessung des Hintergrunds Fokus auf Erzählung

Fazit: Methoden stärken - Nachweise (Zitate, Literatur, Quellen – auch selber bei Handouts) - Heuristik, Kritik (Herkunft, Kontext, Absichts der Informationen) - Quellenarbeit und Arbeit an Darstellungen

Autor und Erzählung stärken - Autor systematisch bennen – auch bei Handouts - Texte aufgrund ihrer darstellerischen Qualität auswählen, variieren

Texte definieren, nicht Themen

Warum behandelt man welches Thema (bspw. Imperialismus), das steht nicht in Wikipedia. So muss man zeigen, dass es eben nicht reicht, nur Daten/Fakten zusammenzutragen.

Geschichte des Internets - Kalter Krieg und Internet - Internet als Zeitgeschichte (Oral History, wie haben die Eltern Referate vorbereitet)

Geschichtskultur im Internet - Klio surft (kliosorft.wordpress.com) - Hitlerblog (blogs.taz.de/hitlerblog/) - YouTube „Hitler rants“ (weblog.histnet.ch/archives/2919)

Wikipedia

Wikipedia ist nicht gleich WiKi

Unsere Seite: wiki.histnet.ch/index.php/WeiterbildungHohePromenade2010

Es lassen sich bei den Wikis Seiten-Varianten nach den Daten ihrer Erstellung nachverfolgen. JH zeigt dies an unserer eigenen Weiterbildungs-Seite

Wikipedia ist das einzige Wiki, das alleine funktioniert. Zuerst war es ein Experiment und heute eine der grössten Erfolgsgeschichten im Web – Jekami mit Hierarchie.

Wie funktioniert Wikipedia? - 1% der User, davon 1% regelmässig, 5700 Beiträger mit mehr als 1000 Edits - ca. 300 Admin (in D), die über weitergehende Berechtigungen verfügen: Löschen und Sperren von Artikeln von Usern - Bestehende Adminstratoren wählen, wer zum neuen Administrator wird, Kriterien sind: „Hast du brav gearbeitet“ - Es ist transparent, aber man weiss nicht, wer dahinter steckt

Warum funktioniert Wikipedia - Erst schreiben, dann kontrollieren - Interesse steuert Qualität - Gemeinsames Verständnigs von Produkt - Gestlatungsmöglichkeit (Meritokratie) als Ansporn

⇨ Möglichkeit für Umgang: Einzelne „gute“ Artikel zertifizieren und den Schülern empfehlen

Geschichte und Wikipedia

Statistik: 290000 von 1074000 Artikel, ca. 25-30% der deutschen W. Davon 40% zu Personen (ca. 116'000)

Inhalte

CH-2WK zeigt das Problem eines schlecht geschriebenen Artikels Wikipedia-Texte sind ganz anders (einfacher) als HLS-Artikel bspw.

⇨ Eine Aufgabe wäre etwa einen Vergleich zu machen ⇨ Wikipedia kann auch als „Treffpunkt“ betrachtet werden, nicht unbedingt als Lehrbuch

Heft Praxis Geschichte: Artikel über Wikipedia. Er versucht zu zeigen, dass Brockhaus etc. besser ist (heikel)

Thesen:

Wikipedia ist nicht schlecht, sondern zu gut Wikipedia verbieten (abgefedert: aber nicht zitieren) Wikipedia mitschreiben

JH erzählt von Löschanträgen bei Versuchen, Wikipedia-Artikel zu eröffnen. Man muss aufpassen, da es schwierig ist, den Löschantrag der Adminleute wieder los zu werden.

Wikipedia kontrollieren (wikibu.ch) => eine Form von Prüfung, aber nicht inhaltlich