Zotero

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zotero (vom albanischen Verb 'zotëroj', meistern oder sich etwas aneignen) ist eine kostenlose Erweiterung für Firefox, die es ermöglicht, während des Surfens Quellen zu sammeln, zu speichern und zu organisieren. Zotero verknüpft dabei die Fähigkeit traditioneller Literaturverwaltungssoftware, vollständige Quellenangaben in Feldern zu speichern und dann als formatiertes Literaturverzeichnis auszugeben, mit erweiterten Fähigkeiten für Tags, Annotation, Sortierung und Suche.

Zotero ist vom Center for History and New Media der George Mason University entwickelt worden. Das Projekt wurde durch das United States Institute of Museum and Library Services, die Andrew W. Mellon Foundation und die Alfred P. Sloan Foundation finanziert.

Lehrgang

Tutorials

Automatische Erkennung von Quellen

Zotero ist fähig, automatisch Zitationsinformationen zu erkennen und Metadaten aus Webseiten zu extrahieren. Dies geschieht entweder über COinS oder mittels eines Translators. Zotero unterstützt eine wachsende Anzahl von Webseiten und Katalogsystemen. Schaut man sich beispielsweise einen Eintrag für ein Buch in einem Online-Bibliothekskatalog an, erscheint in der Adressleiste von Firefox ein Buch-Icon. Nach der Suche in einer Datenbank erscheint beim Betrachten der Ergebnisliste ein Ordner-Icon. Die entsprechenden Literaturangaben werden beim Klick auf das Buch-Icon direkt, beim Klick auf das Ordner-Icon via eine Auswahlliste in der persönlichen Bibliothek gespeichert.

Wordpress Blogs lassen sich so erweitern, dass jeder Blogbeitrag in Zotero erkannt und einschliesslich Autorennamen, Herkunftsblog und Abstract abgespeichert werden kann. Dabei ermöglicht das COinS Plugin, die Metadaten an sich zu extrahieren, und das UnAPI Plugin, das Abstract, bzw. die ersten 500 Zeichen eines Blogbeitrags, abzuspeichern.

Verwaltung und Bearbeitung der Sammlungen

Das Zotero-Fenster

Zoteroscreenshot.jpg

Die drei Spalten des Fensters entsprechen den drei Ebenen zur Verwaltung der Informationen.

Die linke Spalte enthält die gesamte persönliche Bibliothek. Darin werden Sammlungen und Untersammlungen mit Hilfe von Ordnern kreiert und verwaltet. Gespeicherte Einträge können per „drag and drop“ in Sammlungen abgelegt werden. Es ist möglich, gleiche Einträge in verschiedenen Sammlungen gleichzeitig abzulegen.

In der mittleren Spalte wird die Liste der Einträge einer Sammlung angezeigt. Hier kann man einen Eintrag manuell hinzufügen: eine Webseite (als vollständigen Eintrag, zu dem Literaturangaben, Notizen und Anhänge erstellt werden können), einen Link zu dieser Webseite (wie ein Lesezeichen) und einen Schnappschuss der aktuellen Webseite. Es können auch einzelne Notizen hinzugefügt werden, die keinem Eintrag zugeordnet sind. In dieser Spalte ist sowohl eine einfache als auch eine erweiterte Suche über die ganze Sammlung (einschliesslich Annotationen, Notizen und Anhänge) möglich.

In der rechten Spalte kann man per Reiter verschiedene Informationen zum einzelnen Eintrag aufrufen und ergänzen, nämlich die Zitationsinformation, Notizen zu einem Eintrag, Anhänge (Dateien, PDFs, Bilder, Links und Schnappschüsse von Webseiten), Tags (automatisch importierte und selber definierte) und andere, diesem Eintrag zugehörige Einträge. Hier besteht auch die Möglichkeit, auf ein Dokument zuzugreifen, sei das über einen gespeicherten Schnappschuss, eine Internet-Adresse zum Eintrag oder eine zugehörige Datei auf dem eigenen Computer, oder, unter Verwendung von OpenURL, einen Artikel in einer Datenbank oder den Standort eines Buches in einem Bibliothekskatalog aufzufinden.

Weitere Funktionen

In den Dateien und Snapshots können Textstellen hervorgehoben (farbig markiert) und Annotationen angebracht werden.

Tags können in einem eigenen Fenster verwaltet und umbenannt werden.

Mit dem Befehl 'create timeline' können ausgewählte Einträge auf einer Zeitachse visualisiert werden und dort über eine Wortsuche gefunden und bezeichnet werden.

Export von Daten

Zotero kann formatierte Bibliographien exportieren als Rich Text Files, HTML Files, oder direkt in Microsoft Word oder Open Office durch entsprechende MS Word oder Open Office Plugins. Die Einträge können auch per „drag and drop“ in irgendein Textfeld gezogen werden und erscheinen dort als fertig formatierte Referenzen. Ganze Sammlungen können in andere bibliografische Tools wie Endnote oder RefWorks exportiert werden. Citation Style Language (CSL) erlaubt Zotero, verschiedene Zitationsformate zu unterstützen.

Der Weg Richtung Library 2.0

Derzeit arbeitet die Software noch lokal. In der nahen Zukunft soll auch webbasiertes und kollaboratives Arbeiten (Web 2.0-mäßiges collection sharing) möglich sein.

Ein wichtiger Schritt in diese Richtung erfolgte am 12. Dezember 2007 durch die Allianz von Zotero mit dem Internet Archive, sozusagen die Grundsteinlegung für Zotero Commons. Das Internet Archive stellt entsprechenden Online-Speicherplatz, automatische Texterkennung sowie die Volltext-Durchsuchbarkeit zur Verfügung, die Andrew W. Mellon Foundation unterstützt die Kooperation finanziell.

Dan Cohen, der Direktor des Center for History and New Media, verkündete in seinem Blog am 20. Februar 2008: Today the Center for History and New Media launches another major software platform that we hope will be of great help to universities, libraries, museums, historians, researchers, and anyone else who would like to put a collection or exhibit online. Die Software Plattform heisst Omeka (Swahili für ausstellen, ausbreiten).

Andere Literaturverwaltungsprogramme im Vergleich

Eine vergleichende Zusammenstellung verschiedener Literaturverwaltungsprogramme gibt es auf Wikipedia.

Im Wettbewerb mit citeulike, Connotea, EndNote, NoodleBib und RefWorks hat Zotero Ende Februar 2008 das Citefest gewonnen, eine Veranstaltung der Northwestern University’s Library and Academic Technologies group, anlässlich derer Studenten, Lehrende und Bibliothekare zusammenkamen, um mit verschiedenen Litertaurverwaltungsprogrammen verschiedene Herausforderungen zu lösen. Die Programme wurden dabei auf Schnelligkeit, Einfachheit und Korrektheit getestet.

Flexibilität und Ausbaubarkeit

Zitationsstile, Plugins, Translators und Erscheinungsbild von Zotero können erweitert und personalisiert werden. Da Zotero ein Open source Projekt ist, können Entwickler mithelfen bei der Erweiterung der Funktionalitäten.

Links

1. Die Website von Zotero mit Tutorials, Hilfeseiten, Foren und Informationen für Benutzer und Entwickler.

2. History and the Changing Landscape of Information: Zotero: Social and Semantic Computing for Historical Scholarship

3. Interview mit Trevor Owens von Zotero [1]

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