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Die Frankfurter Buchmesse

Die Aussicht auf das Messegelände

Rund 2 500 Veranstaltungen und 1 000 Autoren erwarten uns an der Frankfurter Buchmesse. Die 59. Buchmesse, die vom 10. bis zum 14. Oktober 2007 stattfindet, ist laut Buchmesse-Direktor Jürgen Boss die "bedeutendste Medienmesse".

Gast der diesjährigen Messe ist die katalanische Kultur und Katalonien, das mit fast 150 Autorinnen und Autoren vertreten sein wird. Wer sich schon ein bisschen einstimmen will, kann sich hier umschauen!

Organisatorische Hinweise

  • Zwei Kolleginnen haben sich bereit erklärt, ein stark vergünstigtes Gruppenticket zu organisieren; wer mitfahren will, ist gebeten, die Mailbox zu konsultieren und dort die entsprechenden Angaben zu entnehmen. Dort finden Sie auch Ort und Zeit unseres Treffens.
  • Das Messelgelände ist vom Frankfurter Hauptbahnhof entweder zu Fuss (ca. 10 bis 15 Minuten) oder mit der Strassenbahn resp. U-Bahn zu erreichen. Sie kommen dann zum Haupteingang beim Messeturm.
  • Sie finden hier einen guten Übersichtsplan, den es auch in einer Druckversion und als interaktive Version gibt.

Thema Katalonien

Die katalanische Abteilung mit erleuchteten Bücherregalen och Lehnstühle für vorbeigehende Messegäste
Das Gelände ist in verschiedenen geografischen und nationalen Teilen eingeteilt

Es sind nur Autoren vertreten, die in Katalanisch schreiben

Dass Katalonien dieses Jahr den Themenschwerpunkt an der Frankfurter Buchmesse darstellt, ist ein Novum: Bisher wurden noch nie Regionen sondern nur Länder eingeladen. Ein Grund dafür ist sicher, dass Barcelona der wichtigste Verlagsort in ganz Spanien ist, wobei Katalonien zu den innovativsten Regionen in der Branche zählt. Auch wird ein Zeichen gesetzt für die kleinen und bedrängten Sprachen in der Welt.

Einher mit dieser Einladung ging auch ein Streit, da nur in Katalanisch schreibende Autoren vertreten sein werden, und dies, obwohl ein Grossteil der bekannten katalanischen Autoren in Spanisch schreibt. Darunter sind Namen wie Eduardo Mendoza, Carlos Ruiz Zafón oder Juan Goytisolo, die nun ausgeschlossen werden.

Diese Meinungsverschiedenheiten haben einen tieferen Hintergrund: Unter Francisco Francos Regime war es verboten, Katalanisch zu sprechen oder zu schreiben. Wer dies nicht befolgte, hatte mit Repressionen zu rechnen. Deshalb erfolgte in den 60er Jahren eine Teilung in katalanisch und spanisch schreibende Autoren. Viele gingen auch ins Exil und verfassten von dort aus ihre Werke; das wohl bekannteste Beispiel ist der in 12 Sprachen übersetzte Roman "Auf der Plaça del Diamant" von Mercè Rodoreda.

Hintergrundwissen zu Katalonien und dem Katalanischen

Die katalanische Sprache entwickelte sich im Mittelalter aus dem Latein heraus. Als Urvater der katalanischen Literatur gilt der Mönch und Universalgelehrte Ramon Llull (1232-1316), der über 260 Werke hinterlassen hat. Katalanisch wird nicht nur in Katalonien gesprochen, sondern auch auf den Balearischen Inseln, in Valencia, Andorra, einem Punkt in Murcia, in Alguer (Sardinien) und im nördlichen Katalonien, das zu Frankreich gehört. Alles in allem gibt es etwa 7,5 Millionen katalanisch sprechende Personen.

Nach der Diktatur Francos unternahm die katalonische Regierung einen grossen Effort um die katalanische Sprache zu fördern. In der Schule ebenso wie in der Verwaltung wurde das Katalanische eingeführt, Fernsehsender und Radiostationen sendeten nur in dieser Sprache. Offiziell ist Katalonien eine zweisprachige Region, das Katalanische wird von den Einheimischen jedoch stark bevorzugt.

Katalonien war schon in der Zeit Francos der wirtschaftliche Motor Spaniens. Zudem lockte es und lockt es Jahr für Jahr viele Touristen an, in Spanien selbst emigrieren viele Menschen auf der Suche nach Arbeit nach Katalonien.

Die Region geniesst eine grosse politische Eigenständigkeit; darunter fällt die Steuerhoheit und eine eigene Polizei. Es gibt auch Gruppierungen, welche die völlige Unabhängigkeit anstreben, was jedoch vom spanischen Staat entschieden abgelehnt wird.

Frankfurter Antiquariatsmesse

Eine riesengrosse Brockhaus Enzyklopädie im Innenhof des Messegeländes

Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse findet - zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Antiquariat im Börsenverein des Deutschen Buchhandels - auch die Frankfurter Antiquariatsmesse statt. Sie wurde 2005 zum ersten Mal durchgeführt und hat sich seither als internationaler Treffpunkt durchgesetzt. Sowohl seltene Drucke und kostbare Bücher als auch einfache, vergriffene Titel werden präsentiert.

Der Antiquariatshandel hat sich im Internetzeitalter stark verändert. Durch Verkaufsportale wie eBay hat er einen beträchtlichen Aufschwung erfahren. Im Internet werden jedoch vor allem billigere Bücher gehandelt, während die teuren Einzelstücke (Erstausgaben, alte Drucke, Atlanten etc.) immer noch von den Traditionsunternehmen verkauft werden.

Dieses Jahr setzt die Antiquariatsbranche mit der Herausgabe des "Vademecum Antiquariat", einem Adressverzeichnis aller klassischen und Online-Antiquariate in Deutschland mit ihren jeweiligen Spezialgebieten, ein deutliches Zeichen für die Zukunft und den Umbruch, in welchem sich der Antiquariatshandel befindet.

In der Halle für amerikanische Literatur werden die Taschen nach Waffen und Bomben durchgesucht
Um 18 Uhr, nach der Schliessungszeit, wird das Messegelände zu einer grossen Cocktailparty für eingeladene Gäste
Der Messeturm, das zweithöchste Hochhaus in Deutschland mit seinen 257 Metern, wacht über die viele Messehallen
Die Messehallen sind mit langen Gängen verbunden, was auch die Orientierung ein Bisschen erleichtert
Politik – und hier auch politische Satire – ist ein wichtiges Thema der Buchmesse
Man kann auch den Suchmotor Google an der Buchmesse finden, wo er seine neue Buchsuche im Internet präsentiert