Medien der Geschichte 07.04.2008

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Thesen

  • Generell kann man festhalten, dass der Mord an Hans von Hutten deshalb ein grosses Echo fand, weil das neue Mittel der Druckkunst eine rasche und weiträumige Verbreitung von Nachrichten und Meinungen erlaubte, dies in Form von Flugschriften und Holzschnitten.
  • Nach Ansicht der Familie von Hutten gab es ein bestehendes, deutlich sichtbares Interesse und ein Recht zur Wahrung der Ehre im Sinne der sittlichen Achtung und des guten Rufes oder des Namens, das sie sich zur Pflicht machen konnte. Auch war die Familie von Hutten überzeugt, dass nicht nur ihre Familie selbst, sondern der ganze Adel in seiner Ehre betroffen war. Dieser Ausgangspunkt konnte also bereits zur Verbreitung von Flugschriften beitragen. Dies wird in der Tat dadurch belegt, dass nicht wenige Adlige, die bisher in den Diensten des Herzogs von Württemberg standen, sich vom Fürsten losgesagt hatten, sobald sie von diesem Ereignis in Kenntnis gesetzt worden waren.
  • Der Ablauf der Ereignisse, durch welche es zum Tod von Hans von Hutten kam, ist durch den Briefwechsel der Beteiligten überliefert. Ebenfalls zur Verbreitung von Flugschriften trug auch der Standpunkt einer Gegendarstellung bzw. Rechtfertigung der Familie von Hutten in Form eines gedruckten Ausschreibens bei.
  • Der Wunsch nach Sühne, Rechtsdurchsetzung, Vergeltung und Rache mag auch zur Verbreitung von Flugschriften beigetragen haben. Eine grosse Ritterfamilie sah sich durch diesen Mord von einem Landesfürsten geschändet. Die Familie erhob sich, um den Toten zu rächen. Das Motiv der Genugtuung hat sicher dazu beigetragen, den Mordfall literarisch zu verwerten. In den höheren gebildeten Kreisen wandte sich geraume Zeit später die Strömung gegen Herzog Ulrich.
  • Auch die Durchsetzung und Wahrnehmung von Standesinteressen durch die publizistische Tätigkeit Ulrich von Huttens, wozu ihm der Mord an seinem Vetter Hans von Hutten Anlass bot, konnten zur raschen Verbreitung von Flugschriften beitragen. Der Mord an Hans von Hutten bot Ulrich von Hutten also nicht nur die Gelegenheit, Familieninteressen zu vertreten, sondern sich grundsätzlich literarisch zu betätigen.