Tod des Autors

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Version vom 12. Februar 2006, 13:12 Uhr von Jan Hodel (Diskussion | Beiträge) (Der Tod das Autors im Hypertext)
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Der "Tod des Autors" geht auf den französischen Semiotiker und Philosophen Roland Barthes zurück.


Der Autor in der Geschichtswissenschaft

Der "Autor", bzw. die Autorin spielt in den Geschichtswissenschaften eine tragende Rolle. Die meisten Geschichtsdarstellungen sind Erzählungen von Historiker/innen, die Quellen darstellen und in einen Deutungszusammenhang stellen. Die Diskussion um die Bedeutung des "linguistic turns" in den Geschichtswissenschaften ist zwar mit viel Emotionen geführt worden, hat aber nur einigen Bereichen zu einer veränderten Praxis geführt. Mono-Auktoriale Erzählungen sind bei geschichtswissenschaftlichen Darstellungen noch immer die Regel. Zumeist werden sie von einelnen Autor/innen verfasst und sie legen einen Sachverhalt in einer linearen, aufbauenden, diachronen Textstruktur dar. (vgl. dazu Ausführungen von Epple (1)).


Der "Tod des Autors" im Hypertext

Barthes' These wurde von David J. Bolter und George P. Landow aufgenommen und auf die Ausprägungen des Hypertexts angewandt. Die Hypertext-Theorien haben in den Sprachwissenschaften einige Spuren hinterlassen und auch zu verschiedenen Experimenten beim Verfassen von Hypertexten geführt. In den Geschichtswissenschaften sind die Theorien zu Hypertexten bislang kaum rezipiert worden (vgl. Krameritsch (2)).

Konsequenzen des Tod des Autors für die Geschichtswissenschaften

Die These vom "Tod des Autors", der mit dem Aufkommen des non-linearen, partizipativen Textsystems Hypertext eingetreten sei, ist für die Praxis der Geschichstschreibung, bzw. die wissenschaftliche Aufgabe der Synthese (bzw. die Dimension "Schreiben" der historischen Online-Kompetenz) von zentraler Bedeutung. Sie berührt die Frage, wie im Zeitalter der ICT in den Geschichtswissenschaften textuelles Wissen verfasst wird, auf zwei Weisen:

Bedeutet der "Tod des Autors" auch das Ende der deutenden Darstellung, der Erzählung? Schreibt sich nun jede und jeder seine Geschichte selbst? Wie findet dann Austausch über die Bedeutung von Geschichte in ihrer identitätsstiftenden Funktion statt?


Literatur

  1. Epple, Angelika: "Verlinkt, vernetzt, verführt – verloren? Innovative Kraft und Gefahren der Online-Historiographie", in: Haber, Peter, Epple, Angelika (Hg.): Vom Nutzen und Nachteil des Internet für die historische Erkenntnis. Version 1.0, Zürich: Chronos 2005 (Geschichte und Informatik, Vol. 15/2004), S. 15-32
  2. Krameritsch, Jakob: "Geschichte(n) im Hypertext. Von Prinzen, DJs und Dramaturgen", in: Haber, Peter, Epple, Angelika (Hg.): Vom Nutzen und Nachteil des Internet für die historische Erkenntnis. Version 1.0, Zürich: Chronos 2005 (Geschichte und Informatik, Vol. 15/2004), S. 33-56

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--Jan Hodel 11:03, 10. Feb 2006 (CET)